Deutsche Wirtschaft wieder mit leichtem Wachstum

Nach zwei Jahren der Rezession verzeichnete die deutsche Wirtschaft 2025 ein leichtes Plus. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt stieg um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Getragen wurde dieser Aufschwung primär vom privaten und staatlichen Konsum, während Investitionen und Exporte weiterhin schwächelten. Die politischen Rahmenbedingungen und die wirtschaftlichen Perspektiven waren immer noch von hohen Unsicherheiten geprägt.
 
Der Arbeitsmarkt hielt sich mit 46,0 Millionen Erwerbstätigen nahezu unverändert auf hohem Niveau. Die Verbraucherpreise in Deutschland stiegen im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und haben sich damit weiter stabilisiert. Dabei wirkten sich weiter sinkende Energiepreise (- 2,4 Prozent) dämpfend auf die Inflationsrate aus.

Energiemarkt weiter stabilisiert

Die Lage am Energiemarkt hat sich spürbar normalisiert, weshalb die Gas-Alarmstufe des Notfallplans zum 1. Juli 2025 offiziell aufgehoben wurde. Deutschland konnte die Abhängigkeit von russischem Gas durch neue Importwege fast vollständig ausgleichen. Damit wurde die Abhängigkeit von russischem Erdgas nahezu komplett kompensiert.

Zwar sanken die Energiepreise 2025 tendenziell, doch blieb der Markt mit starken täglichen Schwankungen volatil. Innerhalb kurzer Zeiträume – teils sogar innerhalb eines Tages – kam es immer wieder zu erheblichen Preisschwankungen. Diese kurzfristigen Ausschläge spiegelten die weiterhin bestehende Unsicherheit und Sensibilität des Marktes wider.

Windkraftanlage

Um die Belastung für Verbraucher und Industrie weiter zu senken, beschloss die Bundesregierung für 2026 Entlastungen wie den Wegfall der Gasspeicherumlage und die Bezuschussung der Übertragungsnetzentgelte. Auch reduzierte sie die Stromsteuern für das produzierende Gewerbe sowie für die Land- und Forstwirtschaft.

Fernheizkraftwerk TWL

Mengenentwicklungen auf dem Energiemarkt

2025

Der Energieverbrauch in Deutschland war 2025 mit einem Rückgang von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr nahezu stagnierend. Dem stand ein witterungsbedingter Anstieg der Heizenergie sowie ein Rückgang des Energieverbrauchs im produzierenden Gewerbe gegenüber. 

Den Energiemix in Deutschland prägten weiterhin maßgeblich die fossilen Energieträger. Mineralöl und Erdgas vereinten zusammen einen Anteil von 62,6 Prozent am Primärenergieverbrauch (Vorjahr: 62,5 Prozent). Gleichzeitig setzte sich der moderate Aufwärtstrend bei erneuerbaren Energien fort, deren Anteil auf 20,6 Prozent (Vorjahr: 20,0 Prozent) anstieg. Demgegenüber waren die Beiträge von Steinkohle (7,1 Prozent; Vorjahr: 7,2 Prozent) und Braunkohle (7,2 Prozent; Vorjahr: 7,6 Prozent) weiterhin rückläufig. Das Netto-Importvolumen von Strom sank auf 18,3 Mrd. kWh (Vj. 23,5 Mrd. kWh). Während die Stromexporte im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent zunahmen, gingen die Stromimporte um 3 Prozent zurück.

Struktur des (Primär-) Energieverbrauchs 2025

(Vorjahreswerte in Klammer)

Kuchendiagramm Struktur des (Primär-)  Energieverbrauchs

Quelle: in Anlehnung an: AG Energiebilanzen (vom 17.12.2025)

Strategische Ausrichtung

Im Zentrum der strategischen Herausforderungen von TWL steht die Energie und Wärmewende in Ludwigshafen. Als lokaler Energieversorger trägt TWL eine besondere Verantwortung, die Entwicklung einer klimaneutralen Versorgung mit Strom und Wärme der Stadt sowie ihrer Bürger sicherzustellen – zuverlässig, bezahlbar und zukunftssicher. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Konzernstrategie 2030 entwickelt.

Die Konzernstrategie 2030 definiert die wesentlichen Leitplanken für die konsequente Umsetzung der Energiewende in Ludwigshafen. Dabei verfolgt TWL einen ganzheitlichen Ansatz, der über die Reduktion eigener Treibhausgasemissionen hinausgeht. Unser Ziel ist es, uns zu einem integrierten Anbieter und Kompetenzzentrum für alle Fragen rund um Energie und Wasser zu entwickeln und damit einen nachhaltigen Mehrwert für Kunden und Kommune zu schaffen.

Ein zentraler Baustein der strategischen Ausrichtung ist die aktive Unterstützung der Stadt Ludwigshafen bei der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung. Diese stellt eine wesentliche Grundlage für die Ableitung zukünftiger Maßnahmen dar und zeigt die Transformationspfade hin
zu einer klimafreundlichen Energieversorgung auf. In diesem Kontext kommt dem Ausbau der grünen Fernwärme eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige Wärmeversorgung zu.

Darüber hinaus erfordert die Transformation des Energiesystems eine vorausschauende Weiterentwicklung der Stromnetzinfrastruktur. Insbesondere der zunehmende Einsatz elektrischer Wärmepumpen, der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie die Integration weiterer neuer Verbraucher erhöhen die Anforderungen an die Netzstabilität. TWL trägt dieser Entwicklung durch eine kontinuierliche Fortschreibung ihrer Stromnetzplanung Rechnung.

Im Bereich der Wasserversorgung wollen wir die Wertschöpfung langfristig durchgängig im eigenen Haus abbilden – für mehr Qualität, Kontrolle und Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Umsetzung der strategischen Ziele geht mit einer umfassenden Weiterentwicklung des Unternehmens einher. Neben der fortschreitenden Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen stehen ebenso Maßnahmen zur gezielten Qualifizierung und Entwicklung der Mitarbeitenden im Fokus. Auf diese Weise schafft TWL die Voraussetzungen, auch künftig leistungsfähig, innovativ und verlässlich zu agieren.

TWL Mitarbeiter vor den Anlagen

Wirtschaftliche Entwicklung

Das Geschäftsjahr 2025 war erneut ein ungewöhnlich warmes und sonniges Jahr. Die durchschnittlichen Temperaturen zählten zu den zehn höchsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, während die Anzahl der Sonnenstunden sogar zu den fünf höchsten Jahren gehörte. Gleichzeitig lag die Niederschlagsmenge deutlich unter dem langjährigen Referenzwert, insbesondere infolge einer anhaltenden Trockenperiode im Frühjahr.

Diese klimatischen Rahmenbedingungen wirkten sich – in Verbindung mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – spürbar auf die Absatzmengen in einzelnen Sparten unseres Unternehmens aus. Im Segment der Geschäftskunden setzte TWL weiterhin auf „Klasse statt Masse“. Wir realisierten Umsätze gezielt nur dort, wo eine angemessene und risikoadjustierte Marge erreicht werden konnte. Entsprechend fuhren wir auch das Segment Strom Netzbetreiber weitgehend zurück. 

Die konkreten Entwicklungen in den einzelnen Sparten und Segmenten können nachfolgender Tabelle entnommen werden.

Stromabsatz in Mio. kWh20252024Differenz
Privat- und Gewerbekunden153,4167,1 -8,2 %
Geschäftskunden486,3509,8
-4,6 %
 
Netzbetreiber0,018,2
-100,0 %
 
Selbstverbrauch 9,88,4
 16,2 %
 
Gesamt649,4703,5-7,7 %
Gasabsatz in Mio. kWh20252024Differenz
Privat- und Gewerbekunden347,3385,2
   -9,8 %
 
Geschäftskunden633,7646,1
-1,9 %
 
Selbstverbrauch  119,6106,1
12,7 %
 
Gesamt1.100,61.137,3-3,2 %
Wärmeabsatz in Mio. kWh20252024Differenz
Privat- und Gewerbekunden175,1163,57,1 %
Geschäftskunden132,4129,7
2,1 %
 
Selbstverbrauch  0,50,41,3 %
Gesamt308,0293,64,9 %
Kälteabsatz in Mio kWh20252024Differenz
Geschäftskunden0,30,3-10,7 %
Gesamt0,30,3-10,7 %
Trinkwasserabsatz in Mio. kWh20252024Differenz
Privat- und Gewerbekunden8,18,1
0,9 %
 
Geschäftskunden2,42,2
9,6 %
 
Selbstverbrauch  0,10,1
-39,6 %
 
Gesamt10,610,42,4 %

Entwicklung der Energiepreise für Haushalt und Gewerbe

Im Jahr 2025 waren die Strom- und Gaspreise für unsere Haushaltskunden stabil. Damit wurden die gestiegenen staatlichen Abgaben und Umlagen sowie Netzentgelte – insbesondere in Gas – kompensiert und nicht an die Kunden weitergegeben.

In der Fernwärme wurden die Preise für Neukunden zum 01.04. und 01.10. gemäß unserer Fernwärmepreisformel geändert. Der Grundpreis erhöhte sich aufgrund der gestiegenen Preise für Investitionsgüter, der Arbeitspreis erhöhte sich zum 01.04. und wurde zum 01.10. wieder abgesenkt. Die Preise für die Wasserversorgung blieben unverändert.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte TWL Umsatzerlöse in Höhe von 417,8 Mio. Euro (nach Abzug von Strom- und Energiesteuer). Damit lagen die Erlöse um 8,6 Prozent unter dem Vorjahreswert von 457,1 Mio. Euro. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren die Entwicklungen der einzelnen Sparten wie in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Umsatzerlöse* in Mio. €20252024Differenz
Strom161,7186,8-13,5 %
Gas85,795,5-10,3 %
Wärme42,036,116,3 %
Kälte0,10,1-3,9 %
Trinkwasser27,227,00,4 %
Betriebsführung11,211,10,8 %
Pacht**31,125,323,1 %
Sonstige Erlöse59,075,2-21,6 %
Gesamt417,8457,1-8,6 %
Umsatzerlöse abzüglich Strom- und Energiesteuer. ** Die Darstellung der Pachtsparten erfolgt gesondert in den Tätigkeitsberichten.

Die Entwicklung der Umsatzerlöse war im Geschäftsjahr 2025 zum einen durch ein weitgehend konstantes Preisniveau und zum anderen durch spartenweise unterschiedliche Entwicklungen in den Absatzmengen geprägt. In der Sparte Strom führte der gesunkene Absatz auch zu einem Rückgang der Umsatzerlöse. Dieser Effekt wurde dadurch verstärkt, dass wir das Segment „Netzbetreiber“ vollständig zurückgefahren haben.

In der Sparte Gas führten gesunkene Absatzmengen auch zu einem geringeren Umsatz. In der Fernwärme resultierte die Umsatzsteigerung sowohl aus gestiegenen Absatzmengen als auch aus Preisanpassungen. Die Sparte Trinkwasser zeigte sowohl in der Absatzmenge als auch in den Umsatzerlösen gegenüber dem Vorjahr ein weitgehend konstantes Niveau. Auch im Bereich Betriebsführung blieben die Umsatzerlöse nahezu unverändert.

Die Pachterlöse erhöhten sich insbesondere aus der Verrechnung der zusätzlichen Aufwendung aus dem Rückbau/Stilllegung des Gasnetzes. In den sonstigen Erlösen waren maßgeblich Konzernverrechnungen und Erlöse aus dem Abkauf von Energie an den Termin- und Spotmärkten enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 25,7 Mio. Euro (Vj. 17,5 Mio. Euro) über dem Vorjahreswert. Darin waren Einmaleffekte aus einem Prozessvergleich enthalten sowie eine Wertaufholung in den Ausleihungen des Finanzanlagevermögens.

Umspannwerk Oppau

Aufwendungen

Der Materialaufwand reduzierte sich im Geschäftsjahr 2025 auf 312,7 Mio. Euro (Vj. 359,0 Mio. Euro). Ursächlich hierfür war der Rückgang der Energiebezugskosten infolge gesunkener Marktpreise – analog zur Umsatzentwicklung. Der Aufwand für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren sank entsprechend auf 173,0 Mio. Euro (Vj. 231,2 Mio. Euro). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beliefen sich auf 139,7 Mio. Euro (Vj. 127,8 Mio. Euro), was vor allem auf gestiegene Netznutzungsentgelte im Strombereich zurückzuführen ist.

Der Personalaufwand lag mit 41,7 Mio. Euro (Vj. 38,5 Mio. Euro) über dem Vorjahreswert. Die Löhne und Gehälter stiegen infolge von tariflichen Anpassungen auf 32,7 Mio. Euro (Vorjahr 30,1 Mio. Euro). Die sozialen Abgaben erhöhten sich auf 9,0 Mio. Euro (Vorjahr 8,4 Mio. Euro). 

Die Abschreibungen beliefen sich auf 20,1 Mio. Euro und lagen damit deutlich unter dem Vorjahreswert (Vj. 24,7 Mio. Euro). Sie resultierten grundsätzlich aus den getätigten Investitionen in Vorperioden. Nach Sondereffekten im Vorjahr – Sonderabschreibungen und Wertberichtigungen im Umlaufvermögen – fiel das Abschreibungsniveau wieder geringer aus. Dabei wurde die erhöhte Abschreibung aus einer verkürzten Nutzungsdauer des Gasnetzes, limitiert auf den 31.12.2045, weiterhin fortgeführt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich auf 45,4 Mio. Euro (Vj. 27,4 Mio. Euro). Der Anstieg ist besonders auf die Bildung von Rückstellungen, vor allem für die zukünftige Stilllegung beziehungsweise den Rückbau des Gasnetzes und einem signifikant höheren IT-Aufwand insbesondere bedingt durch die durchgeführte SAP-Transformation zurückzuführen.

Finanzergebnis

Das Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und ÖPNV-Ergebnis (EBIT) stieg im Geschäftsjahr 2025 auf 23,9 Mio. Euro und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 20,1 Mio. Euro.

Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betrugen 3,2 Mio. Euro (Vj. 3,7 Mio. Euro) und resultierten aus Wertberichtigungen auf einen Beteiligungsbuchwert sowie auf eine Ausleihung. Die Aufwendungen aus der Übernahme von Verlusten reduzierten sich auf 12,6 Mio. Euro (Vj. 18,8 Mio. Euro). Die Aufwendungen aus der Übernahme von Verlusten verteilten sich auf die einzelnen Beteiligungen wie folgt: Verkehrsbetriebe Ludwigshafen GmbH 12,5 Mio. Euro (Vj. 12,4 Mio. Euro), und Freischwimmer 0,1 Mio. Euro (Vj. 6,4 Mio. Euro). Die Erträge aus Beteiligungen und Gewinnabführungsverträgen lagen mit 1,9 Mio. Euro unter dem Vorjahresniveau (Vj. 4,5 Mio. Euro). Maßgeblich hierfür war ein Rückgang der Gewinnübernahme aus der TWL Netze GmbH.

Sowohl die Erträge aus der Ausleihung des Finanzanlagevermögens mit 0,2 Mio. Euro (Vj. 0,1 Mio. Euro) als auch die Zinserträge mit 0,9 Mio. Euro (Vj. 0,8 Mio. Euro) bewegten sich nahezu auf Vorjahresniveau. Die Zinsaufwendungen sanken auf 3,6 Mio. Euro (Vj. 4,1 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss verbesserte sich auf 9,1 Mio. Euro (Vj. 4,7 Mio. Euro). Zusammen mit dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von 49,8 Mio. Euro verblieb damit ein Bilanzgewinn von 58,8 Mio. Euro.
 

Die Ergebnisziele im Geschäftsjahr 2025 haben wir erreicht.

In wesentlichen Bereichen sogar übertroffen.

Vergleich zum Ausblick auf 2025

Sowohl die Umsatzerlöse als auch die Materialaufwendungen lagen über den Planwerten. Da der Anstieg der Umsatzerlöse stärker ausfiel als die Erhöhung der Materialaufwendungen, verbesserte sich das Rohergebnis gegenüber der Planung. Auch die sonstigen Erträge entwickelten sich signifikant besser als erwartet. Die Abschreibungen lagen deutlich unter den Planannahmen. Demgegenüber erhöhten sich sowohl der Personalaufwand als auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gegenüber den Planwerten. Das Ergebnis der operativen Beteiligungen zeigte sich besser als geplant.

Abschreibungen auf Finanzanlagen, bei denen es sich um Wertberichtigungen auf Beteiligungsbuchwerte und Ausleihungen handelt, waren in der Planung nicht enthalten.

Insgesamt führten diese Effekte dazu, dass das geplante Jahresergebnis von 3,8 Mio. Euro durch das tatsächlich erzielte Jahresergebnis in Höhe von 9,1 Mio. Euro deutlich übertroffen wurde.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der TWL AG erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 426,4 Mio. Euro und lag damit leicht über dem Vorjahreswert von 421,9 Mio. Euro.

Auf der Aktivseite lagen die immateriellen Vermögensgegenstände mit 4,4 Mio. Euro (Vj. 5,9 Mio. Euro) unter dem Vorjahresniveau. Das Sachanlagenvermögen stieg infolge der getätigten Investitionen auf 297,2 Mio. Euro (Vj. 280,1 Mio. Euro). Maßgeblich hierfür war insbesondere der Anstieg der Anlagen im Bau mit Investitionen in die Wasser- und Fernwärmeinfrastruktur. Die Finanzanlagen reduzierten sich auf 46,8 Mio. Euro (Vj. 48,4 Mio. Euro), vor allem aufgrund der Rückzahlung einer Ausleihung. Das Anlagevermögen insgesamt stieg somit auf 348,4 Mio. Euro (Vj. 334,4 Mio. Euro) an.

Das Umlaufvermögen lag mit 70,9 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 80,0 Mio. Euro, was insbesondere auf den Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen ist. Auf der Passivseite sanken die Verbindlichkeiten insgesamt auf 193,3 Mio. Euro (Vj. 220,3 Mio. Euro). Insbesondere die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen waren zum Bilanzstichtag deutlich niedriger.

Die Rückstellungen stiegen im Geschäftsjahr auf 66,0 Mio. Euro (Vj. 46,0 Mio. Euro). Wesentliche Gründe für den Anstieg waren neu zu bildende Rückstellungen für den Rückbau des Gasnetzes sowie für einen wahrscheinlich notwendigen Bodenaustausch eines belasteten Grundstücks.

Das Eigenkapital stieg infolge des positiven Jahresergebnisses auf 148,9 Mio. Euro (Vj. 139,9 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote unseres Unternehmens erhöhte sich damit auf 34,9 Prozent (i. Vj. 33,2 Prozent).

Finanzlage

Ausgehend von einem positiven Jahresergebnis von 9,1 Mio. Euro erzielten wir einen Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von 55,0 Mio. Euro (Vj. 57,3 Mio. Euro). Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich auf -34,2 Mio. Euro und war damit unter Vorjahresniveau (Vj. -42,5 Mio. Euro). Auch der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit fiel mit -13,8 Mio. Euro (Vj. -34,2 Mio. Euro) deutlich geringer aus als im Vorjahr.

Insgesamt ergab sich daraus ein Finanzmittelfonds in Höhe von 2,6 Mio. Euro (Vorjahr -4,4 Mio. Euro). Dieser resultiert aus dem Bestand an liquiden Mitteln abzüglich der kurzfristig jederzeit fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Zur Optimierung des Zinsergebnisses stellt der Finanzbereich sicher, dass vor einer externen Aufnahme von Finanzmitteln zunächst ein konzerninterner Liquiditätsausgleich erfolgt. Den Konzerngesellschaften stehen daher Möglichkeiten zur Mittelaufnahme sowie zur Anlage bei der Muttergesellschaft zur Verfügung. Die externe Beschaffung kurzfristiger Liquidität erfolgte für den TWL-Konzern durch revolvierende Betriebsmittellinien. Zum Bilanzstichtag standen Kreditlinien in Höhe von 95,0 Mio. Euro zur Verfügung, die nicht in Anspruch genommen wurden. 

Langfristige Investitionen finanziert TWL nach Möglichkeit fristenkongruent durch langfristige Darlehen. Zum Bilanzstichtag waren von den 136,7 Mio. Euro dieser Darlehen 22,8 Mio. Euro variabel verzinst und teilweise durch den Einsatz eines Zinscaps gesichert. Die Zahlungsfähigkeit unserer Gesellschaft war während des gesamten Jahres 2025 sichergestellt.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2025 beliefen sich die Investitionen im immateriellen und im Sachanlagevermögen auf 39,9 Mio. Euro (Vj. 35,5 Mio. Euro).

Die Erhöhung der Investitionssumme ist im Wesentlichen auf höhere Investitionen in die Netzinfrastruktur sowie in die Informationstechnik zurückzuführen. In den Ausbau und Erhalt zur Energie- und Wasserversorgung in Ludwigshafen flossen 24,7 Mio. Euro (Vj. 20,5 Mio. Euro). Davon entfielen 7,4 Mio. Euro auf das Stromnetz und 2,0 Mio. Euro auf das Gasnetz. In die Wasser- und Wärmesparte flossen 5,7 Mio. Euro beziehungsweise 8,4 Mio. Euro. Im Geschäftsjahr wurden im Bereich Erzeugung insgesamt 6,5 Mio. Euro (Vj. 6,2 Mio. Euro) investiert. Die größten Mittel flossen dabei in die Wasserwerke (4,4 Mio. Euro) sowie in das Fernheizkraftwerk (2,1 Mio. Euro). Da diese Projekte einen langfristigen Charakter haben, waren Teile der Investitionen zum Stichtag noch unter „Anlagen im Bau“ ausgewiesen.

Einen weiteren Investitionsschwerpunkt bildete der Bereich Informationstechnik mit 6,0 Mio. Euro (Vj. 6,8 Mio. Euro).

TWL Fernheizkraftwerk

Zukünftige Entwicklung

Grundsätze des Chancen- und Risikomanagements

Die Energiewirtschaft ist von tiefgreifenden politischen Entscheidungen sowie dynamischen Entwicklungen geprägt. Die sich ständig verändernden Rahmenbedingungen stellen TWL vor große und teilweise unvorhersehbare Herausforderungen. Um den sich hieraus ergebenden Risiken entgegenzuwirken und Chancen zu nutzen, haben wir im Konzern ein Risikomanagementsystem implementiert. Hiermit wollen wir den Fortbestand unseres Unternehmens nachhaltig sichern. Das Risikomanagementsystem basiert auf festgelegten Verantwortlichkeiten, Systematiken und Prozessen, die der Vorstand festgelegt hat.

Die Risikomanagementstrategie unseres Unternehmens dient der frühzeitigen Identifikation und Bewertung von Risiken. Darauf aufbauend ergreifen wir Maßnahmen, um Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder – soweit sinnvoll – auf Dritte zu übertragen. TWL geht im Rahmen der Risikopolitik bewusst Risiken ein, sofern ein angemessenes Verhältnis zwischen Risiko und Chancen besteht.

In der Richtlinie für das konzernweite Risikomanagement sind Mindeststandards und Regeln festgelegt, die einen strukturierten Umgang und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit Risiken und Chancen sicherstellen. Diese Richtlinie haben wir im Jahr 2024 komplett überarbeitet und laufend an die aktuellen Anforderungen und Bedürfnisse angepasst. Den Risikomanagementprozess unterstützen wir durch eine Risikomanagementsoftware.

Wir führen regelmäßig Risikoinventuren und Risikohaupterhebungen durch und setzen uns dabei kontinuierlich mit Risiken und Chancen in den Organisationseinheiten auseinander. Auf diese Weise identifizieren, bewerten, steuern und überwachen wir Risiken und Chancen in einem fortlaufenden, dokumentierten und transparenten Prozess.

Das zentrale Risikomanagement aggregiert die Risikosituation und berichtet regelmäßig an den Vorstand, der den Aufsichtsrat informiert. Bestandsgefährdende Risiken melden wir umgehend an den Vorstand. Neue Erkenntnisse und Informationen zu bestehenden Risiken integrieren wir zeitnah in das Risikomanagementsystem und entwickeln es so kontinuierlich weiter und passen es an aktuelle Anforderungen an.

TWL Fernheizkraftwerk

Risiken aus Energiebeschaffung und Vertrieb

2025

Preisrisiken / Preischancen

Unter Energiebeschaffung verstehen wir die Beschaffung von Strom und Erdgas für die jeweiligen Vertriebsbereiche der TWL AG, die Vermarktung von Strom sowie die Beschaffung von Brennstoffen und CO₂-Zertifikaten für die Erzeugung. Aufgrund der hohen Marktvolatilität bergen die Energiebeschaffungsaktivitäten sowohl Risiken als auch Chancen in gleichem Maße.

Die gestiegene Preisvolatilität an den Energiemärkten sowie geopolitische Entwicklungen verändern die Risikosituation und stellen die gesamte Energiebranche vor zusätzliche Herausforderungen. Insbesondere besteht derzeit das Risiko, dass wir zu höheren Preisen beschaffte Energiemengen, die Kunden nicht abnehmen, mit Verlust am Markt veräußern müssen. Zur Steuerung der Risiken und Chancen aus Energiebeschaffung und Vertrieb haben wir ein monatlich tagendes Risikokomitee eingerichtet. Dieses Gremium entwickelt und beschließt Strategien, Vorgehensweisen sowie weitere Maßnahmen zur Umsetzung und Einhaltung der Risikopolitik.

Die strukturierte Beschaffung von Strom und Gas sowie die Vermarktung der Erzeugung erfolgen am Energiemarkt gemäß den Strategien, die im Risikokomitee beschlossen wurden. Ebenso bildet die aktuell gültige Richtlinie für die Energiebeschaffung der TWL AG hierfür die Basis. Diese Richtlinie überarbeiten wir fortlaufend und passen sie an die aktuellen Anforderungen und Bedürfnissen an. Ziel ist die Optimierung der Beschaffungs- beziehungsweise Vermarktungspreise sowie die Begrenzung negativer Auswirkungen ungünstiger Marktverhältnisse.

Bei den Beschaffungsstrategien im Privat- und Gewerbekundensegment (PuG) orientieren wir uns an der Preisstrategie des Vertriebs sowie an den in diesem Zusammenhang definierten Verrechnungspreisen. Diese Strategien richten wir darauf aus, mindestens kostenneutral gegenüber den internen Verrechnungspreisen zu agieren und damit zur Ergebnissicherung des Vertriebs beizutragen. Das PuG-Segment umfasst unterschiedliche Beschaffungsstrategien. Innerhalb dieses Segments minimieren wir das Klumpenrisiko gezielt, indem wir die Beschaffungsmenge auf eine Vielzahl von Tranchen verteilen.

Die TWL AG steuert diese Risiken und Chancen durch eine systematische Marktbeobachtung und -analyse sowie durch Limitierungen und die Diversifikation des Portfolios.

Die einzelnen Absatzportfolien sind unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Im Privatkundenbereich aktualisieren wir die Absatzprognose kontinuierlich und passen daraus ableitend die Beschaffungsstrategie an. Ziel ist die Minimierung des Mengenrisikos. Bei Abweichungen zwischen Portfolio- und Marktpreisen leiten wir entsprechende Maßnahmen ein, um bei langfristigen Beschaffungsstrategien mit den Energiepreisen möglichst nah am Markt zu bleiben. Durch frühzeitige Käufe von Tranchen sichern wir die Energiepreise  in einem volatilen Marktumfeld ab.

Im Bereich der Groß- und Gewerbekunden legen wir entsprechende Toleranzbänder sowie ergänzende Maßnahmen für eine Spotbewirtschaftung fest, um das Mengenrisiko zu reduzieren. Bei Vertragsabschlüssen (Festpreis- sowie Trancheneindeckungen) erfolgt die Mengeneindeckung back-to-back gemäß den Vorgaben der Richtlinie zur Energiebeschaffung.

Mögliche Marktaufschläge, Bindefristaufschläge sowie weitere risikorelevante Aufschläge, beispielsweise für Ausgleichsenergie, kalkulieren wir bereits im Vorfeld tagesaktuell ein. Darüber hinaus streben wir durch eine Diversifikation auf der Absatzseite an, das Mengenrisiko zu minimieren.

Preis- und Absatzrisiken berücksichtigen wir im erwarteten Umfang im Rahmen der Mittelfristplanung.

Das Kontrahentenausfallrisiko betrachten wir im Rahmen des Risikomanagements. Hierbei erfolgen regelmäßige Bonitätsprüfungen der Lieferanten, bei der wir auf eine ausgeglichene Mengenverteilung achten und das Wiedereindeckungsrisiko bewerten.

Mengenrisiken / Mengenchancen

Der Absatzmarkt für Strom und Gas ist auch weiterhin von starkem Wettbewerb geprägt, insbesondere durch die wachsende Bedeutung digitaler Plattformen sowie neuer Marktteilnehmer wie Energieberater und Drittanbieter. Daraus ergibt sich das Risiko von Kundenverlusten und damit verbundenen Umsatzrückgängen. Um dem entgegenzuwirken, führen wir gezielte Maßnahmen zur Kundenbindung durch. 

Mengenrisiken entstehen durch Abweichungen zwischen dem bei Vertragsabschluss prognostizierten und dem tatsächlichen Energieverbrauch der Kunden (Prognoserisiko). Im Zuge der Eskalation des Krieges in der Ukraine ist das Risiko von Mengenabweichungen aufgrund der hohen Energiepreise und der daraus resultierenden Energieeinsparungen von Industrie-, Gewerbe- und Privatkunden sowie durch die konjunkturelle Lage gestiegen. Mengenabweichungen können gleichermaßen auch Chancen darstellen, da die tatsächliche Auswirkung maßgeblich von der Preisentwicklung abhängt, insbesondere der Rückvermarktung überschüssiger Energiemengen an den Spotmärkten.

Auf Basis von Prognosekennzahlen ermittelt TWL vor Vertragsabschluss angemessene Risikoaufschläge, um finanzielle Auswirkungen bei Prognoseabweichungen zu begrenzen. Durch die kontinuierliche Verbesserung der Prognosequalität reduzieren wir das hieraus resultierende Risiko nachhaltig. 

Um das Mengenrisiko weiter zu begrenzen, haben wir im Berichtsjahr die Verwendung von Toleranzbändern in Verträgen durch TWL deutlich eingeschränkt, innerhalb derer die tatsächlichen Kundenbedarfe von den ursprünglich prognostizierten Mengen abweichen dürfen. Insbesondere bei Großkunden haben wir Vertragsformen gewählt, die dieses Mengenrisiko vollständig auf die Kundenseite verlagern.

Kontrahentenrisiko Energiebeschaffung

Die Beschaffungsaktivitäten für Strom und Erdgas haben wir auf verschiedene OTC-Handelspartner verteilt. Einen Ausfall aller Marktpartner oder eines maßgeblichen Teils von ihnen, schätzt TWL zum Zeitpunkt der Berichterstattung als sehr unwahrscheinlich ein. Zusätzlich schließt der Fachbereich Energiebeschaffung bedarfsgerecht neue Rahmenverträge mit weiteren Handelspartnern mit guter bis sehr guter Bonität ab. Die Bonitätsprüfung unserer Handelspartner aktualisieren wir regelmäßig. Zur weiteren Begrenzung des Kontrahentenrisikos legen wir individuelle Kredit- und Mengenlimits für die Kontrahenten fest.

Externe Risiken und Chancen

Auch die Witterungs- und Temperaturentwicklung beeinflusst die Risiken und Chancen im Energiegeschäft maßgeblich. Ein milder Winter reduziert insbesondere im Privatkundensegment die Nachfrage nach Erdgas und Fernwärme, während ein kalter Winter die Nachfrage entsprechend erhöht. Ob sich daraus Chancen oder Risiken ergeben, hängt von der aktuellen Preissituation und den historischen Einkaufspreisen beziehungsweise Vertragskonditionen ab.

TWL-Mitarbeiter beim Fernwärmeausbau

Finanzwirtschaftliche Risiken

TWL ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit verschiedenen finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Abweichungen von Planwerten sowie unterjährigen Hochrechnungen können die Unternehmenssteuerung beeinträchtigen. Daher setzen wir interne Prozesse und Instrumente ein, um Planabweichungen frühzeitig zu erkennen und weitgehend zu reduzieren, so dass wir im Bedarfsfall entsprechende Maßnahmen zügig einleiten können. Die entsprechenden Maßnahmen überprüfen wir konsequent auf ihre Wirksamkeit und entwickeln sie kontinuierlich weiter.

TWL steuert das Liquiditätsrisiko auf Basis der Erkenntnisse aus der Liquiditätsplanung. Mittel- und langfristige Finanzierungsbedarfe decken wir aktuell noch durch den Abschluss von fristenkongruenten Darlehensvereinbarungen. Vor dem Hintergrund der Energiewende erwarten wir künftig steigende Finanzierungsanforderungen und prüfen daher eine Erweiterung unseres Finanzierungsspektrums, gegebenenfalls unter Einbeziehung des Kapitalmarkts. Parallel dazu verbessern wir den Zugang zu Fördermitteln. Bereits heute richtet TWL die Finanzierung zunehmend auf Projektfinanzierungen aus, um entsprechende Finanzierungsbedarfe gezielt zu decken. Für kurzfristige Liquiditätsbedarfe stehen weiterhin umfangreiche Betriebsmittellinien mehrerer Kreditinstitute zur Verfügung.

Das Zinsänderungsrisiko besteht in Form erhöhter Zinsaufwendungen gegenüber der Planung infolge von Marktzinserhöhungen für variabel verzinsliche Darlehen, für neu zu kontrahierende Finanzierungsgeschäfte sowie im Zuge der Prolongation bestehender, aber auslaufender Festzinsvereinbarungen.

Zur Risikominimierung setzt TWL derivative Finanzinstrumente in Form von gekauften Zinscaps ein. Dadurch erhöhen wir die Planungssicherheit des Finanzergebnisses. Wir verwenden derivative Finanzinstrumente im Finanzmanagement ausschließlich zur Absicherung bestehender Risiken.

Zur Vermeidung bonitätsbedingter Zinsaufschläge im Rahmen von Fremdkapitalfinanzierungen führen wir regelmäßig Rating-Gespräche mit den Kapitalgebern, um die daraus gewonnenen Erkenntnisse in der operativen und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens zu berücksichtigen. Geldanlagen nehmen wir innerhalb eines definierten Limitsystems ausschließlich bei Banken mit mindestens guter Bonität vor. Gleiches gilt für den Abschluss von derivativen Finanzinstrumenten.

TWL reduziert das Forderungsausfallrisiko durch eine systematische Bonitätsprüfung von Vertragspartnern. Offene Forderungen überwachen wir zeitnah, analysieren den Forderungsbestand regelmäßig und initiieren umgehend Beitreibungsmaßnahmen.
Um Risiken bereits vor Vertragsabschluss zu reduzieren, gilt eine Angebotsrichtlinie, deren Ziel der Aufbau des Kundenportfolios nach festgelegten Kriterien ist.

Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Situation gehen wir grundsätzlich von einer erhöhten Forderungsausfallquote aus. Entsprechend haben wir das Reporting in diesem Bereich weiter intensiviert, um frühzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Um unternehmerische Chancen zu nutzen, beteiligt sich TWL gezielt an ausgewählten Unternehmen. Hieraus können finanzielle Risiken aufgrund negativ abweichender Beteiligungsergebnisse gegenüber den Planwerten entstehen. Konkret sind dies geringere oder ausbleibende Ergebnisausschüttungen, beziehungsweise eine höhere Verlustübernahme. Außerdem besteht bei einer negativen Entwicklung der Beteiligung das Risiko, das gebundene Kapital teilweise oder auch komplett abschreiben zu müssen. Wir begegnen diesen Risiken durch eine intensive Betreuung der Beteiligung in Form des Beteiligungscontrollings und des Beteiligungsmanagements. So können wir diese Risiken abschwächen oder zumindest frühzeitig auf Fehlentwicklungen reagieren.

Technische Risiken

Als breit aufgestelltes Energie- und Wasserversorgungsunternehmen verfügt TWL über eine Vielzahl technischer Anlagen. Damit einher gehen Anlagenausfallrisiken. Je nach Zweck der technischen Anlagen können solche Risiken nicht nur finanzielle Schäden verursachen, sondern auch die Versorgungssicherheit der Kunden beeinflussen. Dies wiederum kann zu erheblichen Imageschäden führen. Anlagenausfällen beugen wir durch die Schaffung von Redundanzen, durch Fernüberwachung, regelmäßige Rundgänge sowie Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen vor. Darüber hinaus qualifiziert TWL die betreuenden Mitarbeiter kontinuierlich weiter.

Weiterhin  zählen zu den technischen Gefährdungspotenzialen die Risiken der Informationstechnologie. TWL reduziert diese Risiken durch den Einsatz redundanter Systeme, der Installation von Feuerlöschanlagen sowie der restriktiven Beschränkung der Zugangserlaubnis zum Rechenzentrum auf nur einen sehr begrenzten Personenkreis. So reduziert sich die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser IT-Risiken erheblich. Zur Sicherstellung der Verfügbarkeit der Unternehmensdaten führen wir täglich Datensicherungen durch.

ISMS (Informationssicherheitsmanagementsystem)

TWL steuert Risiken der Informationssicherheit im Rahmen eines nach IT-Sicherheitskatalog sowie DIN ISO/IEC 27001 zertifizierten Informationssicherheits-Managementsystems. Die Überprüfung des Managementsystems findet jährlich durch die TÜV Rheinland CERT GmbH in sogenannten Überwachungsaudits statt. Alle drei Jahre rezertifiziert die TÜV Rheinland CERT GmbH das Managementsystem. Mit dem Hackerangriff im Jahr 2020 ist ein Ereignis mit erheblichen Auswirkungen eingetreten. Im Rahmen der Aufarbeitung des Vorfalls hat TWL umfangreiche Absicherungsmaßnahmen etabliert, mit denen wir sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die Auswirkungen eines erneuten Angriffs deutlich reduzieren. Diese Absicherungsmaßnahmen entwickeln wir permanent weiter.

Gesamtbetrachtung

Nach aktueller Einschätzung bestehen bei TWL keine Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden oder die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unseres Unternehmens wesentlich beeinträchtigen können. Weder aus den einzelnen Risiken noch aus der aggregierten Risikoposition hat sich im Berichtszeitraum und darüber hinaus eine bestandsgefährdende Entwicklung ergeben.

Nicht-finanzielle Kennzahlen zur strategischen Steuerung

Die neue Konzernstrategie 2030 bildet für TWL die Grundlage der strategischen. Das Unternehmen richtet weiterhin seine Aktivitäten konsequent an seiner Verantwortung als Mitgestalter der Energiewende aus. Im Rahmen der strategischen Stoßrichtung „Transparenz und Effizienz“ legen wir den Fokus auf die Kontrolle und Verbesserung unserer gesamten Geschäftstätigkeit und damit auch unseres nachhaltigen Handelns.

Als regionaler Energie- und Wasserversorger trägt TWL Verantwortung. Die sichere und zuverlässige Versorgung unserer Kunden ist die Basis unserer Geschäftstätigkeit. Wir investieren deshalb kontinuierlich in den Ausbau und die Erneuerung unserer Netze und Brunnen sowie in die Weiterentwicklung kundenorientierter Serviceleistungen.

Netzlänge in km20252024
Strom1.503,31.509,8
Gas 430,7430,4
Wärme94,892,6
Trinkwasser515,2514,6

Aktiver Mitgestalter der Energiewende:

Wir treiben die Energiewende mit voran. Darum investieren wir nicht nur in erneuerbare Energien, sondern auch in die Forschung und Entwicklung neuer Speichersysteme, intelligenter Netze und digitaler Lösungen.

Wesentliche Kennzahlen in diesem Bereich sind für uns die Anteile an erneuerbaren Energien in den Produktmixen laut TWL Stromkennzeichnung (Ausweis gemäß § 42 Energiewirtschaftsgesetz).

Mitarbeiter im Wasserwerk

Kennzeichnung der Stromlieferung 2025

Stromkennzeichnung gem. § 42 des Energiewirtschaftsgesetzes. Angaben auf Basis der Daten für das Jahr 2025.

Legende

zu den folgenden Energiemix-Grafiken

"Kernkraft oder Kernenergie ist die Energie, die bei nuklearen Reaktionen freigesetzt wird. Sie wird für die Erzeugung von elektrischer Energie in Kernkraftwerken verwendet. Dabei wird bei der Kernspaltung eines Kernbrennstoffs eine große Menge an Wärme freigesetzt, die teilweise in mechanische Energie und schließlich in einem Generator in elektrische Energie umgewandelt wird."

 

Quelle

"Kohle ist ein Sedimentgestein, der zu den fossilen Energieträgern gehört. Entstanden ist sie in geologischen Zeiten durch die Karbonisierung von Pflanzenresten bzw. organischen Materialien (Biomassen) und besteht zu einem großen Teil aus Kohlenstoff. Je nach Druck der Bodenschichten und Alter sind im Laufe der Zeit unterschiedliche Qualitäten von Kohle entstanden: Die gängigsten Arten sind die Braunkohle und die Steinkohle."

 

Quelle

"Erdgas ist ein brennbares Gas, das aus unterirdischen Quellen gefördert wird. Es besteht hauptsächlich aus Methan. Weitere andere Gase wie zum Beispiel Kohlendioxid, Ethan und Butan können ebenfalls enthalten sein. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen H-Gas (high caloric gas) und L-Gas (low caloric gas). H-Gas weißt einen Mindestanteil von 87% Methan aus und hat einen höheren Heizwert als L-Gas."

 

Quelle

"Sonstige fossile Energieträger sind solche Energieträger, die zu lange vergangenen Zeiten beim Abbau von toten Pflanzen und Tieren entstanden sind. Hierzu gehören insbesondere Brennstoffe Erdöl und Torf (neben des zuvor aufgeführten Stoffen Kohle und Erdgas). Die Regenerierung von fossilen Brennstoffen dauert immens, weshalb sie als endlich gelten.

 

Quelle

"Erneuerbare Energien, finanziert aus der EEG-Umlage - Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern sind Erneuerbare Energien ohne Limitierung nutzbar. Sie stehen praktisch unerschöpflich zur Verfügung oder erneuern sich schnell. Zu den Erneuerbaren Energien zählen die Sonnenergie (Photovoltaik, Solarthermie), Windkraft, Geothermie, Bioenergie, Meeresenergie und Wasserkraft. Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau von Erneuerbaren Energie finanziert und vorangetrieben. Betreiber von Erneuerbare Energien-Anlagen, die Strom in das Netz der öffentlichen Versorgung einspeisen, erhalten dafür eine festgelegte Vergütung."

 

Quelle: Rechnungserklärer

Bundesfinanzministerium - EEG-Umlage

"Herkunftsnachweise für erneuerbare Energien dienen dazu, dem Stromkunden im Rahmen der Stromkennzeichnung einen rechts- und manipulationssicheren Nachweis der Produkteigenschaft erneuerbare Energie zu garantieren. Stromlieferanten sind verpflichtet, den Stromkunden eine Stromkennzeichnung auszuweisen. Diese liefert Informationen über den Energieträgermix des bezogenen Stroms. Die Kennzeichnung „Erneuerbare Energie mit Herkunftsnachweis, nicht gefördert nach dem EEG“ darf der Stromlieferant in der Stromkennzeichnung nur ausweisen, wenn er dafür Herkunftsnachweise entwertet hat."

 

Quelle

"Im Sinne des § 21 Abs. 3 EEG handelt es sich um geförderten Mieterstrom, wenn der Strom aus einer Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von höchstens 1.000 kW (1 MW) stammt, die auf, an oder in einem Gebäude (unabhängig von der Gebäudenutzung, z. B. Wohn- oder Gewerbeimmobilien) oder einer dazugehörigen Nebenanlage errichtet ist. Die Stromlieferung muss an Letztverbraucher im Gebäude oder im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang erfolgen, ohne dass das öffentliche Netz genutzt wird. Für diese Strommengen kann ein Mieterstromzuschlag nach § 21 Abs. 3 EEG gewährt werden."

 

Quelle

Durchschnittlicher Energiemix für Deutschland *

* Quelle: BDEW

CO2-Emissionen: 298 g/kWh
Radioaktiver Abfall: 0,0000 g/kWh

Kuchendiagramm Durchschnittlicher Energiemix für Deutschland

Gesamtenergiemix von TWL ohne EEG

CO2-Emissionen: 327 g/kWh
Radioaktiver Abfall: 0,0000 g/kWh

Kuchendiagramm Gesamtenergiemix  von TWL ohne EEG

Energiemix für Standardprodukte von TWL

CO2-Emissionen: 361 g/kWh
Radioaktiver Abfall: 0,0000 g/kWh

Kuchendiagramm_ Energiemix-fuer-Standardprodukte-von-TWL_2025

Energiemix für Ökostromprodukte von TWL

CO2-Emissionen: 0 g/kWh
Radioaktiver Abfall: 0,0000 g/kWh

Kuchendiagramm_ Energiemix-fuer-Ökostromprodukte-von-TWL_2025

Fairer Partner für unsere Mitarbeitenden und für die Region:

Das Unternehmen kann sich nur dann erfolgreich weiterentwickeln, wenn dies auch für seine Mitarbeitenden zutrifft. Entsprechend erfahren unsere Beschäftigten Wertschätzung und Förderung. Dies gilt sowohl für ihr berufliches Engagement als auch für ihr persönliches Wohlergehen und insbesondere die Arbeitssicherheit. Daher bieten wir unseren Beschäftigten vielfältige Schulungs- und Qualifizierungsprogramme an. Dies gilt insbesondere auch für unsere Auszubildenden.

Darüber hinaus tragen wir Verantwortung als familienbewusster Arbeitgeber und regionaler Auftraggeber. Insbesondere engagieren wir uns als kommunaler Partner in diversen sportlichen, sozialen und kulturellen Projekten der Region.

Wesentliche Kennzahlen dieses Themenfelds sind: 

 20252024
Mitarbeitende* (Anzahl)430437
*davon Auszubildende (Anzahl)1916
Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit  (Jahre)16,517,0
Meldepflichtige Arbeitsunfälle (Anzahl)54
zum Stichtag 31.12.2025

Sicherer und zukunftsfähiger Arbeitgeber

Wirtschaftlicher Erfolg bietet uns die Möglichkeit auch in Zukunft unsere Projekte und Ziele im Sinne unserer Gesamtverantwortung umzusetzen. Er ist deswegen die notwendige Voraussetzung unserer Strategie. 

Die wesentlichen finanziellen Kennzahlen im Überblick:

 20252024
Umsatzerlöse417,8457,1
EBIT23,920,1
Jahresergebnis 9,14,7
Personalaufwand41,738,5
Eigenkapital148,9139,9
Eigenkapitalquote34,933,2
Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten136,8139,7
Umsatzerlöse abzüglich Strom- und Energiesteuer

Anteilsverhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen

Zum Bilanzstichtag blieb das Anteilsverhältnis auf der Bereichsleiter- und Stabsstellenleiter/innen-Ebene unverändert bei 10,0 Prozent (Vj. 10,0 Prozent) Frauen und 90,0 Prozent Männern. In der zweiten Ebene lag der Anteil der Frauen auf 21,1 Prozent (Vj. 27,8 Prozent). Der Unterschied gegenüber dem Vorjahr ist auf organisatorische Veränderungen zurückzuführen.

Bericht nach § 312 Aktiengesetz

Für das Geschäftsjahr 2025 hat der Vorstand einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht) erstellt. Der Bericht enthält folgende Schlusserklärung: „Die Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung und wurde durch die im Bericht angegebenen getroffenen Maßnahmen nicht benachteiligt. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die dem Vorstand im Zeitpunkt der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren.“

Meeting Location

Ausblick

TWL ist nach wie vor für die Zukunft gut aufgestellt. Es liegen keine Risiken vor, die bestandsgefährdend sind oder die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage unseres Unternehmens wesentlich gefährden.

Anfang des Jahres 2026 hat TWL die unternehmensweite SAP-Transformation auf SAP S/4 HANA erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Wechsel auf die neue Systemgeneration haben wir zentrale Geschäftsprozesse harmonisiert, die Datenstruktur vereinheitlicht und die
technologische Basis für eine durchgängig digitale Prozesslandschaft geschaffen.

Mit S/4 HANA steht dem Unternehmen nun eine zukunftsorientierte Plattform zur Verfügung, die verbesserte Transparenz, höhere Prozessgeschwindigkeit und erweiterte Analysemöglichkeiten ermöglicht. Dies wird im laufenden Jahr durch die Umstellung der IS-U-Systeme auch für die kundenbezogenen Prozesse erweitert.

Als regionaler Energiedienstleister wird TWL die Energiewende in Ludwigshafen konsequent vorantreiben und die verabschiedete kommunale Wärmeplanung der Stadt Ludwigshafen aktiv unterstützen und umsetzen. Die Energiewende jedoch erfordert in allen Sparten erhebliche Investitionen. Dies spiegelt sich auch in den geplanten Investitionen für die nächsten Jahre wider. Für das Jahr 2026 ist auf weiterhin hohem Niveau ein Investitionsvolumen von 39,6 Mio. Euro (Planwert für 2025: 44,2 Mio. Euro) vorgesehen.

Für das Jahr 2026 rechnen wir im Vertrieb mit weitgehend konstanten Umsatzerlösen. Dies ergibt sich im Wesentlichen aus sinkenden Energiepreisen bei gleichzeitig steigenden Absatzmengen, was sich in den entsprechenden Beschaffungskosten im Materialaufwand niederschlägt.

Die Personalaufwendungen werden aufgrund bereits vereinbarter Tariferhöhungen voraussichtlich steigen. Die Abschreibungen orientieren sich am Investitionsverlauf der vergangenen Jahre und werden leicht ansteigend geplant.

Insgesamt erwartet TWL AG auch für das Geschäftsjahr 2026 ein positives Jahresergebnis (Planwert: 6,6 Mio. Euro). Diese grundsätzliche Erwartung für das laufende Geschäftsjahr 2026 steht weiterhin unter dem Vorbehalt möglicher Marktentwicklungen und externer Einflüsse
wie Kriege, Klimawandel und wirtschaftlicher Unsicherheit. 

Insbesondere aus dem im Februar 2026 vorgelegten Eckpunktepapier zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) könnten sich für das Unternehmen wesentliche regulatorische und wirtschaftliche Risiken ergeben. Durch den angekündigten Wegfall der bisherigen 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien sowie die erneute Zulässigkeit von Gas- und Ölheizungen erhöhen sich die Unsicherheit hinsichtlich künftiger Entwicklungen im Energiesektor und der Investitionsplanung. Sobald eine validierbare Gesetzesvorlage vorliegt, werden wir unsere strategische Stoßrichtung überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Solche Entwicklungen können den Geschäftsverlauf deutlich beeinflussen.

Daher arbeitet TWL konsequent daran, etwaige negative Auswirkungen zu begrenzen und – soweit möglich – zu kompensieren, um das geplante Jahresergebnis 2026 zu sichern.